Begründung
zu TEIL B FACHLICHE ZIELE UND GRUNDSÄTZE
zu 1 Verkehr
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zu 1.1 |
Öffentlicher Personennahverkehr |
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Die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist im Hinblick auf eine Alternative zum motorisierten Individualverkehr von großer Bedeutung. Die Steigerung der Attraktivität kann erfolgen u.a. durch die Bereitstellung eines modernen Zugmaterials, durch die Erhöhung des Verkehrsangebotes, der Fahrtenhäufigkeit, der Regelmäßigkeit und vor allem der Schnelligkeit. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Einhaltung eines zuverlässigen Taktverkehrs mit zwischen den verschiedenen Verkehrsträgern abgestimmten Anschlüssen. Eine Angebotserweiterung im Hinblick auf eine flexible Verkehrsbedienung könnte auch durch den Einsatz von Anrufsammeltaxen erreicht werden. Die Ausrichtung des ÖPNV-Netzes insbesondere auf das Netz der zentralen Orte und deren Nahbereiche trägt u.a. zur besseren Erreichbarkeit der zentralörtlichen Einrichtungen einschließlich der Arbeitsstätten aus den jeweiligen Verflechtungsbereichen bei. Dies gilt auch für grenzüberschreitende Pendlerbeziehungen (z.B. im Bereich Buchloe). Hier könnte durch ein verbessertes ÖPNV-Angebot der Druck auf die P+R-Parkplätze verringert werden. Letztlich trägt die Verbesserung des ÖPNV zur Hebung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bevölkerung bei, zum einen im Hinblick auf den Umweltschutz durch Verminderung der Lärm- und Luftbelastung, zum anderen durch Verringerung der Verkehrsdichte. Große Bedeutung kommt der optimalen Verknüpfung des vorhandenen Schienenverkehrs mit dem sonstigen Personennahverkehr zu. |
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zu 1.2 |
Straßenbau |
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zu 1.2.1 |
Der weitere Ausbau der Bundesfernstraßen ist zur Verbesserung der Standortbedingungen der Region in ihrer Randlage innerhalb Bayerns unerlässlich. Insbesondere der durch den Tourismus bedingte Verkehr bedarf beim Ausbau der Straßenverbindungen mit überregionaler Bedeutung besonderer Berücksichtigung. Erst mit der Fertigstellung der Bundesautobahn (A 7) und mit dem erfolgten Aus- und Neubau der Bundesstraße 19 werden die erforderlichen Bundesfernstraßenverbindungen der Region zu den bayerischen und außerbayerischen Verdichtungsräumen vervollständigt sein. Mit Fertigstellung des letzten Bauabschnittes der A 7 zwischen Nesselwang und der Landesgrenze zu Österreich kann insbesondere auch der Transitverkehr ohne größere Beeinträchtigung der bisher stark betroffenen Orte im Füssener Land durchgeleitet werden. Die B 12 zwischen Buchloe und Kempten (Allgäu) stellt eine wichtige Straßenverbindung zu den großen Verdichtungsräumen Augsburg und München dar und verbindet das mögliche Oberzentrum Kaufbeuren und das Mittelzentrum Marktoberdorf mit dem Oberzentrum Kempten (Allgäu). Die B 12 dient sowohl dem gewerblichen Güterverkehr als auch dem Geschäftsreiseverkehr und dem Tourismus. Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit wird der zweibahnige Ausbau zwischen Buchloe (A 96) und Kempten (Allgäu) (A 7) stufenweise angestrebt. |
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zu 1.2.2 |
Der durchgehende Neu- bzw. Ausbau der B 19 zwischen dem Oberzentrum Kempten (Allgäu) und dem Mittelzentrum Oberstdorf, dessen Fertigstellung 2009 anvisiert ist, schließt den südlichen Landkreis Oberallgäu verkehrsmäßig an das überregionale Bundesautobahnnetz an. Im Abschnitt zwischen Sonthofen und Oberstdorf steht noch die Tieferlegung der B 19 bei Fischen i. Allgäu durch den Bau eines Entlastungstunnels sowie die Umfahrung von Langenwang zum Bau an. Für den Ausbau der B 472 zwischen Marktoberdorf und der Regionsgrenze im Osten mit Anbau eines dritten Fahrstreifens (2+1) liegen bereits konkrete Planungen vor. Hier handelt es sich um die Beseitigung eines besonderen Unfallschwerpunktes und insbesondere der Vermeidung täglich mehrmaliger Beinaheunfälle bedingt durch Überholmanöver. Eine seit langem geplante längerfristig zu sehende Straßenverbindung zwischen der A 7 bei Hopferau über Roßhaupten (B 16) zur B 17 bei Steingaden (Region Oberland) könnte Teil einer überregionalen West-Ost-Verbindung am Rand des Alpengebietes (zusammen mit der A 7, der A 980 (Autobahndreieck Allgäu - Waltenhofen), B 12 (Waltenhofen - Isny)) sein und daneben eine Entlastung des südlichen Mittelbereiches Füssen bringen. Diese Strecke ist im Bundesverkehrswegeplan als B 17 neu unter "weiterer Bedarf" enthalten. Die Verkehrsbelastung der B 31 westlich der Anschlussstelle Lindau-Schönbühl hat so stark zugenommen, so dass der Anbau einer dritten Spur (sog. 2+1 - Ausbau) wünschenswert ist. Zur Entlastung des Mittelzentrums Füssen vom weitgehend durch den Tourismus verursachten Durchgangsverkehr und den damit verbundenen Immissionen ist beabsichtigt, die B 310 bei Füssen ab der Kreuzung mit der B 16 in Richtung Osten zu verlängern. Diese Straßenbaumaßnahme kann wesentlich dazu beitragen, die innerörtlichen Verkehrsverhältnisse zu verbessern und damit funktionale Mängel im Stadtkerngebiet zu beheben. Dieser 2. Bauabschnitt ist im Bundesverkehrswegeplan unter "weiterer Bedarf" enthalten, allerdings mit erhöhtem ökologischem Abstimmungsbedarf. |
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zu 1.2.3 |
Zum Zweck einer flüssigeren Verkehrsführung sowie der Entlastung einiger besonders vom Durchgangsverkehr betroffenen Städte und Gemeinden bedarf es des Baues neuer Ortsumfahrungen im Zuge stark frequentierter Bundesstraßen. Die Verlegung der B 308 bildet die Voraussetzung, die Stadt Immenstadt i. Allgäu vom Durchgangsverkehr und von den damit verbundenen Beeinträchtigungen des Stadtkerns zu entlasten. Die Umgehung im Zuge der B 16, der B 472 und der St 2008 dient der Entlastung des Mittelzentrums Marktoberdorf vom Durchgangsverkehr und von den damit bedingten Beeinträchtigungen und Störungen im Stadtkernbereich. Der Ausbau der Staatsstraßen 2001 und 2378 zwischen Lindenberg i. Allgäu und Isny und die Verknüpfung mit den Bundesstraßen 32 und 308 bei Auers bringt eine Verbesserung der Verkehrsanbindung des Mittelzentrums und Mittelbereiches Lindenberg i. Allgäu an den Raum Isny (Baden-Württemberg). Ein Ausbau der B 32 in Richtung Wangen (Baden-Württemberg) einschließlich einer westlichen Umfahrung von Wangen würde den Anschluss des Mittelbereichs Lindenberg i. Allgäu an die A 96 erheblich verbessern. Für die Siedlungs- und Versorgungskerne der Unterzentren Nesselwang und Pfronten wird auch nach Fertigstellung des letzten Abschnitts der A 7 noch ein beträchtliches Verkehrsaufkommen durch den Ziel- und Quellverkehr, aber auch durch den Tagesausflugsverkehr erwartet, so dass die Ortsumfahrungen der Gemeinden im Zuge der B 309 und B 310 weiter zu verfolgen sind. |
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zu 1.2.4 |
Durch eine neue Verbindungsspange zwischen der B 16 bei Pforzen und der Auffahrt auf die B 12 bei Germaringen kann eine Entlastung von Pforzen und Kaufbeuren vom Durchgangsverkehr auf der B 16 erreicht werden. |
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zu 1.2.5 |
Der Ausbau der Staats- und Bundesstraßen ist notwendig, damit sie zusammen ein sowohl für den innerregionalen als auch für den überregionalen Verkehr voll funktionsfähiges Straßennetz bilden können. Dabei bedarf es auch der bedarfsgerechten Einrichtung von Anschlussstellen (z.B. an der B 31 bei Lindau-Schönau und Rickatshofen). |
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zu 1.2.6 |
Kreisstraßen schließen die Teilräume und Gemeinden an das regionale und überregionale Straßennetz an, die keine direkten Anbindungen an Staats- oder Bundesstraßen haben. Darüber hinaus können Kreisstraßen zur Entlastung stark frequentierter überregionaler Straßen beitragen. |
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zu 1.3 |
Schienenverkehr |
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zu 1.3.1 |
Eine Steigerung der Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs gilt als wichtige
Voraussetzung für eine verbesserte Anbindung der Region an den nationalen
und internationalen Fernverkehr. In Betracht kommen dabei Ausbaumaßnahmen
und spätere Elektrifizierungen auf den Strecken (Geltendorf) – Buchloe – Kempten
(Allgäu) – Immenstadt i. Allgäu – Lindau (Bodensee) und (Neu-Ulm) – Kempten
(Allgäu), Immenstadt i. Allgäu – Oberstdorf sowie (Augsburg) – Buchloe.
Durch neue Techniken wie Neigetechnik würde die Leistungsfähigkeit der schienengebundenen
Verkehrsmittel bedeutend gesteigert, auch wird die Fahrzeit
spürbar verringert. Sowohl der Integrale Taktverkehr Allgäu/ Schwaben als auch
die Anbindung an den Fernverkehr würden dadurch für die Region erheblich
verbessert werden.
Nicht zuletzt zur Vermeidung von Verspätungen aufgrund von Begegnungsverkehr bedarf es auf der Strecke Immenstadt i. Allgäu - Oberstdorf in verschiedenen Abschnitten des Baues eines zweiten Gleises, dies gilt insbesondere für den Teilabschnitt Fischen bis Langenwang. |
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zu 1.3.2 |
Durch die Aufnahme des ICE-Zugverkehrs sind die Gebiete außerhalb dessen Einzugsbereichs verkehrsmäßig schlechter gestellt worden; betroffen davon ist auch die Region Allgäu. Die Schlechterstellung könnte dadurch abgebaut werden, dass insbesondere in den Knotenpunkten Ulm, Augsburg, Lindau (Bodensee) und München eine bessere Anbindung an das Fernverkehrsnetz erfolgt. Dabei kommt einer Abstimmung und Vertaktung der Anschlüsse besondere Bedeutung zu. Dies gilt auch für die Verbindungen ins benachbarte Ausland (z.B. in Lindau (Bodensee) in Richtung Österreich und Schweiz). Weiter würde zur Verbesserung beitragen, dass die Strecken Ulm - Kempten (Allgäu) - Oberstdorf und München - Kempten (Allgäu) - Lindau -Bregenz/ Zürich als IC -Ergänzungsstrecken ausgebaut werden. Dabei wird es für erforderlich gehalten, zumindest die IC-Züge Dortmund - Oberstdorf und Hamburg - Oberstdorf und die EC-Verbindung München - Kempten - Lindau (Bodensee) zu sichern. Zur besseren Erreichbarkeit des Flughafens München bedarf es insbesondere neuer Verkehrslösungen im Raum München. Der Allgäu Airport in Memmingerberg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Bahnhof Memmingen erreichbar. Die Schienenfernverbindung München - Buchloe - Memmingen - Lindau (Bodensee) - Schweiz/ Italien als Zulaufstrecke zur Alpentransitstrecke NEAT bedarf eines leistungsfähigen Ausbaues, auch in Form der Elektrifizierung. Die Region hat in Buchloe und Lindau (Bodensee) Kontaktpunkte an dieser überwiegend außerhalb der Region verlaufenden Schienenverbindung. |
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zu 1.3.3 |
Die Bahnstrecken gehören zum Grundgerüst der Verkehrsinfrastruktur der Region und bilden damit einen wichtigen Standortfaktor. Zur Aufrechterhaltung eines ausreichenden Verkehrs ist es darüber hinaus auch erforderlich, die an den Strecken vorhandenen und notwendigen technischen Einrichtungen zu erhalten. Hier bietet sich bei Bedarf auch an, bereits aufgelassene Haltepunkte wieder in Betrieb zu nehmen. Im Einzugsbereich der Bahnstrecken befinden sich zahlreiche gewerbliche Betriebe, die ihr Transportaufkommen ganz oder teilweise über die Schiene abwickeln. Sie würden durch Stilllegungen erheblich betroffen. |
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zu 1.3.4 |
Der Erhaltung der Außerfernbahn kommt insbesondere im Hinblick auf den Tourismus besondere Bedeutung zu. Nachdem der Erhalt der Strecke auf Grund von Vereinbarungen vorerst gesichert ist und im Tiroler Abschnitt bereits umfangreiche Maßnahmen zum Streckenausbau ergriffen wurden, bedarf es auch im Bereich der Region Allgäu weiterer Verbesserungen. Zur Steigerung der Attraktivität würde die Erhöhung der Geschwindigkeit und der Abbau der noch zahlreich vorhandenen Bahnübergänge beitragen. |
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zu 1.3.5 |
Dem Ausbau der Strecke Lindau (Bodensee) - Friedrichshafen - Ulm kommt insbesondere für den Bodenseeraum verkehrspolitische Bedeutung zu. Zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit kann sowohl der abschnittsweise Anbau eines zweiten Gleises auf der Teilstrecke Lindau (Bodensee) - Friedrichshafen als auch eine Elektrifizierung beitragen. |
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zu 1.4 |
Luftverkehr |
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zu 1.4.1 |
Der Anbindung an das Luftverkehrsnetz im neuen regionalen Verkehrsflughafen Memmingerberg (Allgäu Airport) in der Region 15 kommt) besondere Bedeutung zu. Hiervon sind insbesondere positive Auswirkungen auf den Geschäftsreiseverkehr und den Tourismus zu erwarten. Für den Bodenseeraum ist aufgrund der räumlichen Nähe auch die Erhaltung und der Ausbau des regionalen Verkehrsflughafens Friedrichshafen von Bedeutung. |
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zu 1.4.2 |
Durch Hubschrauber und Kleinflugzeuge sowie Modellflugzeuge wird Lärm verursacht, der eine Beeinträchtigung sowohl für die im betroffenen Bereich ansässige Wohnbevölkerung als auch für die Erholungssuchenden bringt. Um einerseits die Möglichkeiten des Luftverkehrs nicht einzuschränken und andererseits negative Auswirkungen in Form von Lärmimmissionen auf die Bevölkerung weitgehend zu vermeiden, kommt es darauf an, Starts und Landungen von Hubschraubern und Kleinflugzeugen möglichst auf bestehende Anlagen zu konzentrieren. Ausnahmen bilden standortgebundene Landemöglichkeiten z.B. für Krankenhäuser. |
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zu 1.4.3 |
Luftsportschwerpunkte für den Motor- und Segelflug dienen überwiegend dem Luftsport, insbesondere der Aus- und Weiterbildung der Flugzeugführer und flugsportlicher Leistungen. Sie entlasten auch Verkehrslandeplätze mit starkem privatem Motorflugverkehr. |
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