Begründung
zu TEIL B FACHLICHE ZIELE UND GRUNDSÄTZE

zu III Sozialwesen, Kultur, Erholung und Sport

zu 3 Bildungs- und Erziehungswesen

zu 3.1
 

Das Netz an Kindertageseinrichtungen wurde in den vergangenen Jahren vor allem im Bereich der Kindergärten ausgebaut. Noch vorhandene Versorgungslücken, insbesondere bei den Kinderkrippenplätzen, gilt es so bald wie möglich abzubauen.

zu 3.2 

Die bestehenden Schulstandorte haben sich bewährt. Zur Sicherung der flächendeckenden schulischen Versorgung im ländlichen Raum ist die Erhaltung bestehender Schulen notwendig. Dies gilt vor allem für die Grund- und Teilhauptschulen, da insbesondere den noch sehr jungen Grund- und Teilhauptschülern weite Schulwege nicht zumutbar sind.

Die Berufsschule Ostallgäu, Zweigstelle Füssen, ist von besonderer Bedeutung für den Südosten der Region.

Die Einrichtung von Ganztagsgrundschulen bietet sich in größeren Städten und Gemeinden an und kann zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit beitragen. Wünschenswert wären Angebote zur Mittags- und Nachmittagsbetreuung an Schulen.

Der bedarfsgerechte Ausbau der Jugendsozialarbeit an den Schulen ist erstrebenswert. Viele Probleme können mit Hilfe dieser Angebote hoffentlich vermieden oder gelöst werden.

Die Landwirtschafts- und Alpwirtschaftsschule Immenstadt ist vor allem auch im Hinblick auf den Cluster Ernährungswirtschaft für die Region von Bedeutung. Dies gilt auch für die Allgäuer Alpwirtschafts-Akademie, die allerdings keine Schule im Sinne des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterichtswesen ist.

Die Verwaltungsgemeinschaft Buchloe mit ca. 18500 Einwohnern und einer aufgrund der günstigen Verkehrslage überdurchschnittlichen hohen Bevölkerungsentwicklung ist im gymnasialen Bereich unterversorgt - es stehen bisher vor allem die Gymnasien in Türkheim, Mindelheim und Kaufbeuren zur Verfügung. Die Entfernung zu diesen Gymnasialstandorten ruft insbesondere Probleme bei der Schülerbeförderung hervor. Als mögliches Mittelzentrum stellt Buchloe mit der bereits vorhandenen Schulstruktur einen optimalen Standort dar, um die gesamte Verwaltungsgemeinschaft in Zukunft auch im gymnasialen Bereich zu versorgen. Außerdem könnte Buchloe durch die Errichtung eines Gymnasiums eine weitere mittelzentrale Funktion wahrnehmen, was der Versorgung der Bevölkerung im ländlichen Raum zugute käme und damit den wertgleichen Lebensbedingungen Rechnung trüge. Allerdings ist noch nachzuweisen, dass die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Gymnasiums vorliegen.

 

 

 

zu 3.3

Eine sinnvolle und effektive Betreuung und Ausbildung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher erfordert, dass möglichst wohnortnah geeignete vorschulische und schulische Einrichtungen mit einem differenzierten Angebot zur individuellen Förderung dieser Kinder zur Verfügung stehen.

Das bewährte Netz an schulvorbereitenden Einrichtungen stellt ebenso wie die pädagogische Frühförderung eine Ergänzung des Angebots für behinderte oder von Behinderung bedrohter Kinder dar.

Besondere Bedeutung wird vor allem der Einrichtung weiterer ambulanter Dienste medizinisch-therapeutischer und pädagogisch-psychologischer Art zukommen, die Kleinkinder im Elternhaus oder in nahe gelegenen Räumen eines Kindergartens, einer Schule o.ä. behandeln. Das gleiche gilt für die mobilen sonderpädagogischen Dienste.

zu 3.4

Die Fachhochschule Kempten - einzige Hochschule im Allgäu - hat mit über 3000 Studierenden eine für den ländlichen Raum stattliche Fachhochschulgröße erreicht. Ihr Einzugsbereich umfasst nicht nur die Region Allgäu, sondern auch die Region Donau-Iller und die angrenzenden Bereiche Baden-Württembergs und Vorarlbergs.

Neben den grundständigen Studiengängen in den Fachbereichen Allgemeinwissenschaften und Betriebswirtschaft, Elektrotechnik und Informatik sowie Maschinenbau werden auch "Studienmöglichkeiten mit vertiefter Praxis" und als Weiterbildungsangebote berufsbegleitende Masterstudiengänge mit Auslandsaufenthalten angeboten.

Wegen der herausragenden Relevanz für die stark vom Tourismus geprägte Region Allgäu ist die Ausbildung von hochqualifiziertem Personal durch den überregional bedeutsamen Studiengang Tourismus-Management (Fachbereich Betriebswirtschaft) hervorzuheben.

Zur Sicherung des weiteren Hochschulausbaus wurde im Jahr 2001 im Landeshochschulentwicklungsplan für die Fachhochschule Kempten ein Ausbauziel von 1450 flächenbezogenen Studienplätzen festgelegt. Bei einer ggf. erforderlichen Erweiterung des Studienangebotes wird zu überprüfen sein, ob dieses Ausbauziel zu erhöhen ist.

Die weitere Entwicklung der Fachhochschule Kempten ist für die Region Allgäu als Wirtschaftsstandort zukunftsträchtiger Unternehmen von besonderer Bedeutung. Die Fachhochschule Kempten plant deshalb ihr neues (zwei-) stufiges Studienangebot für die auch im internationalen Wettbewerb herausragenden regionalen Branchen im Master-Bereich breit anzulegen. In diesem Zusammenhang sind verschiedene neue Masterstudiengänge - zum Teil in Kooperation mit anderen europäischen Hochschulen - geplant. Außerdem wird die Intensivierung der Kooperation mit benachbarten Hochschulen und Forschungseinrichtungen angestrebt.

Bei der Zusammenarbeit der Fachhochschule Kempten mit dem Entwicklungszentrum für Mikrosystemtechnik in Kaufbeuren, ist eine Intensivierung wünschenswert.

zu 3.5

Als Ergänzung zum klassischen Schul- und Bildungswesen ist die Erwachsenenbildung ein längst etablierter Bereich, der durch die raschen Veränderungen im Arbeits- und Privatleben zunehmend an Bedeutung gewinnt. Um dem Bedarf an Fort- und Weiterbildung gerecht zu werden, wäre ein möglichst flächendeckendes Netz an Erwachsenenbildungseinrichtungen wünschenswert.

Durch die Vernetzung der verschiedenen Erwachsenenbildungseinrichtungen könnte deren Qualität und Angebot verbessert werden - Kooperationen mit der Privatwirtschaft dürften der Praxisnähe der beruflichen Weiterbildung zu Gute kommen.

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