zuTEIL B FACHLICHE ZIELE UND GRUNDSÄTZE
zu II Wirtschaft

zu 2 Sektorale Wirtschaftsstruktur

zu 2.5 Forstwirtschaft

zu 2.5.1
 

Die Forstwirtschaft stellt durch die Nutzung von knapp
30 % der Regionsfläche einen äußerst raumbedeutsamen Wirtschaftszweig dar. Mit der Holz- bzw. Roh-, Bau- und Werkstoffproduktion erbringt die Forstwirtschaft eine besonders nachhaltige Leistung. Die zunehmende Knappheit fossiler Energieträger und deren steigende Preise sowie die Wiederentdeckung von Holz als wertvollen Bau- und Werkstoff, wirken sich positiv auf die Nachfrage nach Holz aus.

Unter landeskulturellen Gesichtspunkten bzw. im Rahmen der Kulturlandschaftspflege ist die Forstwirtschaft von großer Bedeutung, da das typische Landschaftsbild der Region vom Wald-Feld- bzw. Wald-Wiesen-Wechsel geprägt ist. Ein gesunder Wald, der die Luft reinigt und als Kohlendioxidspeicher dient, trägt zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen Luft und Boden bei und verlangsamt den Klimawandel. Des weiteren ist der Wald Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten, außerdem erfüllt er wichtige Schutzfunktionen.

zu 2.5.2

Neben der wirtschaftlichen Bedeutung erfüllt der Wald in der Region wichtige ökologische und soziale Aufgaben, wie Schutz- (Bodenschutz, Wasserschutz, Lawinenschutz etc.), Erholungs- oder Sonderfunktionen. Dabei nehmen flächenmäßig den größten Anteil die Schutzwälder ein.

Schutzwälder sind an den verschiedensten Standorten zu finden. Sie nehmen verschiedene - teilweise mehrere - Schutzfunktionen wahr, wie z.B. Wasserschutz, Klimaschutz, Immissionsschutz, Lärmschutz, Boden-/ Erosionsschutz, Lawinenschutz.

Die Schutzfunktion eines Waldes ist jeweils an einen bestimmten Standort gebunden. Aus diesem Grunde werden bei der Erteilung von Rodungsgenehmigungen für Schutzwälder strenge Maßstäbe angelegt.

Im alpinen Bereich übernimmt der Bergwald besonders vielfältige Schutzfunktionen. Er bietet Siedlungen und Verkehrsverbindungen in hohem Maße Schutz vor Lawinen, Steinschlag, Muren, Erosion und Hochwasser.

Im Hochgebirge und seinen Vorbergen können die Schutzfunktionen der Wälder insbesondere durch Aufforstung mit standortgerechtem Mischwald und durch Anheben der, u.a. durch intensive alpwirtschaftliche Nutzung herabgesetzten, Baumgrenze verbessert werden. Außerdem sind Maßnahmen zur Stabilität vorhandener Schutzwälder von besonderer Bedeutung.

Durch überhöhte Schalenwildbestände werden vielfach starke Verbissschäden verursacht. Daher bedarf es in den Bereichen, in denen der Zustand der Vegetation, insbesondere der Waldverjüngung, noch unbefriedigend ist, der Rückführung der Schalenwildbestände auf eine landeskulturell vertretbare Wilddichte, die eine natürliche Verjüngung der Hauptbaumarten auch ohne Schutz gewährleistet.

Fortschreitende Erschließung und wachsender Erholungsverkehr führen beim Wild zu einer zunehmenden Beunruhigung und Belastung, was u.a. auch Ursache sein kann für das Ansteigen von Verbissschäden. Daher kann es sich in bestimmten Bereichen anbieten, durch eine Lenkung bzw. Kanalisierung des Erholungsverkehrs Wildruhezonen zu schaffen.

zu 2.5.3

In den genannten Bereichen können die landeskulturellen Belange in Form von vorrangigen Schutz-, Erholungs- oder Sonderfunktionen flächenmäßig gegenüber der wirtschaftlichen Nutzfunktion zurücktreten, wobei jedoch eine kleinräumige Durchmischung durchaus erwünscht ist. In Anbetracht des gegebenen Einfuhrbedarfs am Rohstoff Holz bedürfen diese Waldgebiete mit günstigen Wuchsbedingungen auch eines besonderen Schutzes vor konkurrierenden Nutzungsansprüchen.

Zum vorherigen Punkt/ Zum nächsten Punkt