Begründung

zu TEIL B FACHLICHE ZIELE UND GRUNDSÄTZE
II Wirtschaft

zu 1 Wirtschaftliche Entwicklung der Region

zu 1.1
 

Im nördlichen Teil der Region herrscht der gewerblich-industrielle Bereich vor, wohingegen der Tourismus im Süden der Region einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor darstellt. Die Landwirtschaft leistet in allen Teilen der Region einen Beitrag zu einer ausgeglicheneren Wirtschaftsstruktur. Aus arbeitsmarktpolitischen und strukturellen Gründen ist die Weiterentwicklung des produzierenden Gewerbes, insbesondere des gewerblich-industriellen Bereichs, auch im Süden der Region erforderlich. In allen Teilen der Region gilt es, die Wirtschaftsstruktur durch zukunftsträchtige Branchen, vor allem auch im Dienstleistungs- und Hightechbereich zu ergänzen.

Ein breites und stark differenziertes Angebot an Arbeitsplätzen für Arbeitnehmer aller Qualifizierungsstufen ist wesentliche Grundlage für die Schaffung gleichwertiger Arbeits- und Lebensbedingungen. Die Schaffung einer ausreichenden Anzahl an Ausbildungsplätzen ist eine besondere Herausforderung für die Wirtschaft der Region und wirkt unter anderem einem ansonsten vorprogrammierten zukünftigen Fachkräftemangel entgegen.

 

zu 1.2

Die Wirtschaft der Region ist insbesondere geprägt durch einen entwicklungsstarken Mittelstand. Dieser ist aufgrund seiner Verankerung in der Region und der damit verbundenen standorttreue ein unverzichtbarer Stabilitätsfaktor auf dem regionalen Arbeitsmarkt.

Es gilt, den mittelständischen Unternehmen einen attraktiven Standort zur Verfügung zu stellen und, soweit möglich, beispielsweise durch Information und Beratung ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

 

zu 1.3

Clusterpolitik stellt eine neue Strategie der Staatsregierung zur Attraktivierung des Wirtschaftsstandorts Bayern dar. Es gilt, durch Netzwerkbildung zwischen Unternehmen sowie von Wirtschaft und Wissenschaft, Innovationen zu fördern und so den Standort Bayern bzw. Allgäu für Firmen langfristig attraktiv zu gestalten und einer Abwanderung von Unternehmen in Billiglohnländer vorzubeugen.

Im Allgäu sind diverse Automobilzulieferer und Unternehmen des Mechatronikbereichs angesiedelt. Als wissenschaftlicher Kooperationspartner dient ihnen in erster Linie die Fachhochschule Kempten. Das Umweltcluster erklärt sich daraus, dass Schwaben zu einem überregional bedeutsamen Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum im Umweltbereich entwickelt werden soll. Das Cluster Ernährung hat in Schwaben und dabei insbesondere im Allgäu einen Schwerpunkt. Hier ist neben der Lebensmittelproduktion und Lebensmittelforschung die Verpackungsindustrie besonders hervorzuheben. Als wissenschaftlicher Partner in diesem Bereich ist vor allem die "Milchwirtschaftliche Untersuchungs- und Versuchsanstalt Kempten (Allgäu)" (muva) zu nennen, die eine national führende Rolle mit internationaler Bedeutung einnimmt. Clusterpotenzial besteht außerdem in den Bereichen Logistik und Maschinenbau.

Das Cluster "Luft- und Raumfahrt" wird in der Region Allgäu vor allem durch den Standort Lindenberg i. Allgäu mit der Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH vertreten.

Insbesondere wegen der wieder steigenden Bedeutung des Rohstoffes Holz könnte die Forst- und Holzwirtschaft der Region von Clusterbildungen profitieren. Hierzu können sowohl die Ansiedlung und Erweiterung von Sägewerkskapazitäten in der Region sowie die zunehmende Zahl von Einrichtungen der Energieerzeugung unter Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz als Partner beitragen.

Auch wenn die bayerische Staatsregierung kein Cluster für "Tourismus/ Gesundheitswesen" vorgesehen hat, so liegen hier besondere Chancen für die Region Allgäu. Der weitere Ausbau des bereits bestehenden Netzwerkes in diesem stark ausgeprägten und etablierten Wirtschaftszweig wäre für das Allgäu von besonderer Bedeutung. Vor allem im Bereich des Gesundheitstourismus sieht die Region Entwicklungschancen. Die Potenziale hierfür sind vorhanden, allerdings gilt es, Produkte und Vermarktungsstrategien zu entwickeln, um diesen - ehemals vom Sozialversicherungssystem getragenen - Markt zu modernisieren und zu stärken. Hilfreich dürfte dabei der weiterhin anhaltende Trend hin zu mehr Körperbewusstsein im Rahmen von Gesundheitsvorsorge, Fitness und Wellness sein.

 

 

zu 1.4

Gründer- und Technologiezentren wie z.B. Innova in Kaufbeuren, Cometa in Kempten (Allgäu) oder Sontra in Sonthofen sind wichtige Innovationsstandorte und damit Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung in ihrem Raum sowie in der Region. Sie tragen unter anderem zur Bildung zukunftsträchtiger Arbeitsplätze bei. Die Hightechparks bieten den Firmen alle Vorteile eines gemanagten Gewerbestandorts, eine sehr gute Infrastruktur und damit die besten Voraussetzungen für kreatives, innovatives Arbeiten. Auch die Kooperation und Kommunikation innerhalb und zwischen der Gründerzentren wirkt sich positiv auf diese Wirtschaftsstandorte aus.

Das im Gründerzentrum Kaufbeuren angesiedelte Entwicklungszentrum für Mikrosystemtechnik `pro-micron´ gilt als besonderer Impulsgeber, vor allem auch durch sein überregionales Netzwerk mit verschiedenen Initiativen, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie anderen Innovations- und Gründerzentren.

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